Die Gebäude und Hoffläche in der Kreuzstraße 15 sind als Denkmal ausgewiesen.

 

"Winkelhof (Sachgesamtheit) mit Wohnstallhaus, Remise und Schmiede, zweigeschossiges, verputztes Handwerkerhaus mit Schmiedewerkstatt im EG und arüber befindlicher Wohnung, Satteldach, erbaut 1880, zugehörig eingeschossige Remise und Wohnstallhaus, verputzt, zum Teil Fachwerk, 1839 erbaut."

 

Mit der Eintragung eines solchen Denkmals in die Denkmalliste wird es den besonderen Schutzvorschriften des Denkmalrechts unterworfen (Unterschutzstellung). Eigentümer und sonstige Nutzungsberechtigte werden verpflichtet, dieses Denkmal instand zu halten, instand zu setzen, sachgemäß zu behandeln und vor Gefährdung zu schützen. Baudenkmäler und ortsfeste Bodendenkmäler sind dann so zu nutzen, dass die Erhaltung der Substanz auf Dauer gewährleistet ist). Mit der denkmalrechtlichen Unterschutzstellung gelten schließlich auch die verfahrens-rechtlichen Bestimmungen des Denkmalschutzgesetztes, d.h. vor Durchführung von Maßnahmen an, in und in der Umgebung von Denkmälern und auch vor Nutzungsänderungen ist eine denkmalrechtliche Erlaubnis einzuholen.

 

Es kommt immer wieder der Einwand oder die Frage hinsichtlich der Trennung von Schmiede und Wohnhaus. Nach den Vorgaben des Denkmalschutzamtes besteht ein Ensembleschutz. Dies bedeutet, dass die  gesamten Gebäude und Fläche  als Ensemble bezeichnet wird. Über diese Definition wird es selbst zum Denkmal und erhält über seine Unverzichtbarkeit zusätzliches Gewicht. "Im Ensemble gibt es im Übrigen keine rechtlichen Lücken, alle Bestandteile sind Denkmal. Schutzgegenstand ist das Ensemble insgesamt" (Martin/Krautzberger, Handbuch Denkmalschutz und Denkmalpflege)

 

Bei der vorgesehenen überwiegend gemeinnützigen Nutzung kann das Ausmaß möglicher wirtschaftlicher Einbußen und der Unzumutbarkeit durch die Auflagen des Denkmalschutzes nicht dargestellt werden

 

Bei der vorgesehenen nahezu hunderprozentigen gemeinnützigen Nutzung kann das Ausmaß möglicher wirtschaftlicher Einbußen und der Unzumutbarkeit durch die Auflagen des Denkmalschutzes nicht dargestellt werden.

 

Ziel seitens des Staates und der Denkmalschutzbehörde ist jedoch auch, unnötige Belastungen für den Eigentümer zu vermeiden und eine Zumutbarkeit herbei zu führen. Eine Kompromissbereitschaft von beiden Seiten, also Denkmalschutz und dem eventuellen zukünftigen Eigentümer ist Voraussetzung.

 

Das Denkmalschutzamt sollte darlegen, was genau, warum unter Schutz gestellt werden soll

(wissenschaftliches Gutachten). "Die bloße Erklärung, ein Gebäude sei unter Denkmalschutz gestellt, weil es ein Zeugnis einer bestimmten Bauperiode sei, genügt eigentlich nicht",

Quelle: Gerhard Bolten Architekt BDA Hamburg,  http://www.gerhard-bolten.de/inhalt/Gutachten/05_Denkmalschutz.html

 

10 Thesen zur Denkmalpflege

 

Quelle: Friedrich Brunner, Forum Passau e.V.

 

1.Es gibt in der Denkmalpflege weniger den „mündigen Bürger“ als den „mündigen Bauträger“. Der „mündige Bauträger“ denkt erst an Profit und zuletzt an denkmalpflegerische Verantwortung. 2.Denkmalpflege erfordert Wissen; das „unattraktive“ Denkmal ist oft kaum zu vermitteln. Jugendstilvilla ja – schlichtes Industriedenkmal nein ist aber ein falscher Weg.

3.Isolierte Denkmalpflege ohne Stadtentwicklung scheitert. Diese „Vernetzungen“ werden oft nicht berücksichtigt.

4.Das Wissen der Mehrheit der Bevölkerung über Denkmalpflege ist katastrophal.

5.Denkmalpflege ist ein Anliegen einer gebildeten Minderheit.

6.Ihre öffentliche Darstellung ist eher kläglich.

7.Der Verlust eines Denkmals ist irreversibel. Man erkennt das Paradies erst, wenn man daraus vertrieben ist.

8.Ist ein Denkmal verloren, darf es nicht historisierend ersetzt werden; historisierendes Bauen ist Lüge.

9.Nutzung geht vor Purismus. Purismus lässt nicht jede Nutzung zu.

10.Engagement kostet Nerven und zahlt sich im besten Falle indirekt aus.